2005-07-09: Nell-Düvel - Für eine bessere Zukunft ist die Energiefrage der Schlüssel
Klimaschutz und Energieeffizienz - Diskussion im Museumszug
Wer am Wochenende einen Ausflug mit dem Fahrrad statt mit dem Auto macht, spart Geld, schont die Umwelt und tut etwas für die Gesundheit. Fahrradtourismus in Deutschland, insbesondere landschaftlich reizvolle Routen in Mittelgebirgen, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Die Direktkandidatin der Grünen, Brigitta Nell-Düvel, ließ sich von diesem Gedanken inspirieren und führte ihren Wahlkampf im grünen Eisenbahnwaggon: "Ein Bundestags-Wahlkampf ist kein Kaffeekränzchen, es geht ans Eingemachte. Wie wollen wir in den nächsten Jahren die politischen Rahmenbedingungen setzen? Sozialer Ausgleich, Chancen auf neue und sichere Arbeitsplätze, Generationengerechtigkeit, Wettbewerbsfähigkeit in der Globalisierung, Wissensgesellschaft, Ausländerintegration, Klimaschutz, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien, Umweltschutz, das sind die Themen. Wer wird hier die Prioritäten setzen, gehen wir die richtigen Schritte? Diese Fragen bestimmen zu Recht den Wettstreit um die besseren Rezepte."
Nell-Düvel weiter: "Trotz ernster Themen: Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Dem steigenden Ölpreis etwas entgegensetzen und in der Freizeit etwas erleben, ohne Auto mobil, mit dem Rad durch die Obstwiesenfelder zur Münzenburg, zum Wahrzeichen der Wetterau."
Der Wettergott meinte es gut mit der Aspirantin auf einen Sitz im Bundestag. Jung und alt, Familien mit Kindern, Ehepaare, Singles, Freunde und politisch Interessierte machten sich auf den rund 15 Kilometer langen Weg vom Bad Nauheimer Sprudelhof zum Wetterauer Tintenfass. Gut 50 Teilnehmer nahmen an dem Ausflug teil und genossen die touristisch anziehende Landschaft der Wetterau. Alle kamen auf ihre Kosten und hatten ihr Vergnügen an dieser Wahlkampfveranstaltung der besonderen Art. Zurück fuhr man mit der Museumseisenbahn, einem Relikt der Neuzeit. Im eigens ausstaffierten grünen Wahlsonderwagen konnten die Teilnehmer die Kandidatin näher kennen lernen und über ihre politischen Erwartungen diskutieren.
Nell-Düvel betonte die bisherigen Erfolge aus grüner Sicht: "Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben die Grünen den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf etwa zehn Prozent erhöht und damit mehr als verdoppelt. Wir haben den Anteil von Biokraftstoffen am Gesamtverbrauch in wenigen Jahren verdoppelt. Mit dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm wurden zinsgünstige Kredite von etwa 4,5 Milliarden € zur energetischen Sanierung von über 230.000 Wohnungen zur Verfügung gestellt. Davon profitieren die Handwerksbetriebe vor Ort".
Nachdenklich warnte sie: "Wir können uns weltweit in Umweltfragen ein 'Weiter so' nicht mehr leisten. Es gibt unverrückbare ökologische Grenzen." Eine alleinige Konzentration in der Wirtschaft auf die Entwicklung der Aktienkurse und rasche Vermehrung des Kapitalvermögens hält die Grüne Bundestagskandidatin für einen völlig verkürzten Wohlstandsbegriff.
"Noch tun wir so, als sei alles unendlich vorhanden. Wir schmeißen Energie weg, in dem wir sie in den Kraftwerken und Autos viel zu ineffizient nutzen. Wir werfen Rohstoffe weg, in dem wir zu viel Abfall produzieren, anstatt die Materialien in Kreisläufen zu führen. Die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Kosten werden auf die Entwicklungsländer und spätere Generationen abgewälzt, sie tauchen in den Bilanzen einfach nicht auf. Aber sie sind da, bereits sichtbar: furchtbares menschliches Leid und bisher nicht gekannte materielle Schäden durch Stürme und Überschwemmungskatastrophen. Das Handling der menschengemachten Klimafaktoren wird nicht nur die Umweltlage auf der Erde bestimmen, sondern auch den Weltfrieden."
Nell-Düvel zeigt sich überzeugt: "70 Prozent unserer Umweltprobleme sind Energieprobleme. Für eine bessere Zukunft ist die Energiefrage der Schlüssel. Dieses Werkzeug zu schmieden, innovative Technik in unserem Land fördern, zukunftsfähige Arbeitsplätze mit weltweiten Exportchancen schaffen, das ist das GRÜNE Zukunftsprogramm und keine Anleitung zur Resignation."

