2006-11-11: Anke Jekel und Brigitta Nell-Düvel leiten weiterhin den Ortsverband - Weibliches Trio an der Spitze der Grünen

Bericht zur Mitgliederversammlung am 06.11.2006 (siehe auch das dazugehörige Fotoalbum)

Als erstes berichtete der Vorstand über die zahlreichen Aktivitäten der letzten Monate. "Wir haben in der Kommunalwahl trotz eines für den Wähler bunten Angebotes an Wählervereinigungen unser Wahlergebnis stabilisiert. Außer in Rödgen/Wisselsheim sind wir in allen Ortbeiräten vertreten (in Schwalheim haben wir 14,9% erreicht), an den Kreis konnten wir sogar 10,6% (+2,0%) der Wählerstimmen weiterleiten. "Wir danken allen Wählern, die unserer sachliche und konstruktive Politik mit den Schwerpunkten Ökologische Vernunft und Soziale Verantwortung durch ihr Votum unterstützt haben", zog die Vorsitzende Brigitta Nell-Düvel eine positive Bilanz der politischen Arbeit des Ortsverbandes.

Mit Sorge sehen die Grünen die Verschlechterung der Kommunikationskultur unter Führung des neuen Bürgermeisters und der revitalisierten CDU/UWG-Koalition in den letzten Monaten. Statt Bürgerbeteiligung und offener Diskussion werden zentrale Themen der Stadtentwicklung hinter verschlossenen Türen verabredet, selbst Stadtverordnete bekommen keine Informationen. Die Beispiele für den neuen Führungsstil sind zahlreich: so wurde der bereits beschlossene Kompromiss zum Parkstraßenumbau kurzerhand verändert und wird nach Meinung der Grünen dank erneuter Planungskosten von allein etwa 40.000 €. insgesamt viel teurer und nicht bis zur Landesgartenschau abgeschlossen sein. Bei ihrem Einsatz für eine unterirdische Therme hat die CDU/UWG-Koalition völlig den Bezug zu den Wünschen der Bad Nauheimer BürgerInnen verloren. Nach Ansicht der Grünen kann und muss der Sprudelhof nur im Konsens aller Beteiligter (Land, Stadt, Bürgerinitiativen) wieder belebt und als Schatz des Jugendstiles in die Öffentlichkeit gerückt werden. Dass zum Erhalt des Denkmals Lösungen unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit bewertet werden, ist nach Ansicht der Grünen eine Selbstverständlichkeit, soweit der kulturelle Wert diese Ensembles dadurch nicht zerstört wird. Gerade am Beispiel Sprudelhof und Aufwertung der Therme sind im Dialog zukunftsfähige Lösungen denkbar.

Nach Ansicht der Grünen müssen sich die Mehrheitskoalition von CDU und UWG und die Stadtverwaltung für die Einrichtung und den Betrieb eines Jugendzentrums, das diese Bezeichnung, verdient, engagieren.
Nell-Düvel kritisiert mit Nachdruck die aktuellen Schwerpunkte der Kommunalpolitik: "Klimaschutz, Energiesparen, Naturschutz und Schutz unserer Landwirtschaft vor der Gentechnik, Verkehrssicherheit und gelebte Familienfreundlichkeit sind in Bad Nauheim für die Mehrheitsparteien momentan Randthemen. Der Schutz der Kurparkwiesen vor spielenden, Kastaniensammelnden Kindern scheint mehr im Fokus des Interesses zu stehen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dies anders wird! Unterstützung bekamen die Grünen dabei durch neue Mitglieder im Ortsverband."

Anschließend wurde unter Leitung von Rolf Meister gewählt. Einstimmig wurden Anke Jekel und Brigitta Nell-Düvel in ihrem Amt bestätigt. Als drittes Mitglied des Vorstandes wurde ebenfalls einstimmig Sophia Horz-Hövel als Kassiererin gewählt.

Einen spannenden Beitrag lieferte der Geologe und Geothermie-Experte Lehr mit seinem Gastbeitrag über technische Möglichkeiten umweltfreundlicher Energiegewinnung. Er erläuterte den interessierten Zuhörern des Ortsverbandes die bisher fast ungenutzten Möglichkeiten der Geothermie. Nach dem Kühlschrankprinzip könne sich jedes Einfamilienhaus im Winter aus etwa 100 m Tiefe die Erdwärme ins Haus holen. Im Sommer könne man den Weg der Energie umkehren und das Haus energetisch günstig kühlen. Für den Antrieb der Wärmepumpe wird zwar elektrische Energie benötigt, aber man erhielte für jede eingesetzte Kilowattstunde vier Kilowattstunden an Heizenergie. Bereits ein Temperaturunterschied von 4 C° zwischen Vorlauf und Rücklauf sei für die Funktionsfähigkeit des umweltfreundlichen Heizens oder Kühlens ausreichend. Besonders attraktiv sei natürlich der Gedanke, statt das 32 C° warme Thermalwasser energetisch ungenutzt in die Usa einzuleiten, mit einer größer dimensionierten Wärmepumpe die kostenlose Energie aus dem Inneren der Erde zum Heizen des Sprudelhofes, der Therme und der umliegenden Immobilien zu nutzen.

Anke Jekel und Brigitta Nell-Düvel betonten zum Schluss der Veranstaltung: "Wir werden an unserer Linie der konstruktiven kritischen Oppositionsrolle festhalten. Auf Angebote zum sachlichen Gespräch über strittige Themen in der Kommunal­politik werden wir offen zugehen. Das Interesse der Entwicklung der Stadt im Sinne des All­gemein­wohles muss über den persönlichen Interessen einzelner Politiker der Stadt Bad Nauheim stehen.

Als Ortsverband der Partei Bündnis90/DIE GRÜNEN begrüßen wir eine intensive Bürger­beteiligung und wünschen uns deshalb eine sichtbare Würdigung der Arbeit der Aktiven in der Agenda 21.

Die Zukunft unserer Kinder, und das meinen wir ganz persönlich, wird nur durch eine Politik gesichert, die den Wert einer gesunden Umwelt und gesunder sozialer Beziehungen sowohl in der Familie als auch in der Gemeinschaft der Kommune schätzt. An die Bürger appellieren wir, sich in die Gestaltung und Umsetzung dieser Zielvorstellungen aktiv einzumischen. Der Ortsverband der Bad Nauheimer Grünen lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an seinen regelmäßigen Treffen am ersten und dritten Montag in der Evang, Bildungsstätte in der alten Wäscherei am Goldstein teilzunehmen."

Nell-Düvel abschließend: "Besonders möchte ich auf die Veranstaltung der Grünen Weg vom Öl-neue Strategien in der Energiepolitik-Einsatz von regenerativen Energien mit dem Landtagsabgeordneten Martin Häusling hinweisen. Sie findet am 15.11.2006 um 20 Uhr im Bürgerhaus Friedberg-Bruchenbrücken statt."

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

Aus den Fotoalben

Erste-Hilfe-Pack für den Wahlkampf, 22.01.2005

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