2006-12-12: Das Zentrum des Stillstands - Gesundheitszentrum Wetterau kommt nicht voran
Der Beschluss zum Medizinischen Versorgungszentrum vertagt, die Bestellung eines Ärztlichen Direktors eine Hängepartie, die Zusammenarbeit mit dem Klinikum Offenbach bzgl.Speiseversorgung, Einkauf, Apotheke und Sterilisation noch nicht durch alle Gremien und die Gesellschaft selber über ein Jahr nach Gründungsbeschluss noch nicht im Handelsregister eingetragen. Der Zusammenschluss des Hochwaldkrankenhauses Bad Nauheim mit den Kliniken des Wetteraukreises in der Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH (GZW) kommt nicht von der Stelle. Die GRÜNEN im Kreistag drängen auf den Vollzug dieser Beschlüsse. Sie wollen den Klinikverbund als die einzig realistische Chance, um die öffentlichen Krankenhäuser in Bad Nauheim, Friedberg, Gedern und Schotten weiter in kommunaler Regie betreiben zu können.
Nach Einschätzung der Fraktion erreicht die Summe der Nicht-Entscheidungen in und um das GZW inzwischen einen kritischen Punkt. Gravierendster Ausdruck dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass das GZW , das rückwirkend zum 01.01.2005 seine Arbeit aufnehmen sollte, bis heute nicht als solches im Handelsregister eingetragen ist.
Seit der Kommunalwahl mit neuer bürgerlicher Koalition im Kreistag und neuem Aufsichtsratsvorsitz in der gGmbH kommt die Arbeit, über die allgemein Einigkeit bestand, nicht voran. Ein medizinische Konzept, obwohl vom Sozialministerium dringend gefordert, gibt es genau so wenig wie einen Ärztlichen Direktor, dessen Bestellung noch immer aussteht. Hinzu kommt, dass der Beschluss zur Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums am GZW, ein zusätzliches ambulantes Angebot, jüngst von der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Kreistags genommen wurde. Die Koalitionsfraktionen signalisieren noch immer "Beratungsbedarf".
Auf der anderen Seite wird über den Entwurf des Kreishaushalts 2007 bekannt, dass der durch den Kreis zu tragende Zuschuss zum Betriebsverlust der Kliniken in Friedberg, Gedern und Schotten sich unter der Ägide des ausgeschiedenen Klinikdezernenten Huke (CDU) auf über fünf Millionen € erhöht hat.
Die GRÜNEN sehen diese Entwicklungen mit wachsender Sorge. Es besteht die Gefahr, dass der eingetretene Entscheidungsstillstand, gepaart mit einer drastischen finanziellen Fehlentwicklung, von einem Partner zum Anlass genommen werden könnte, das GZW in Frage zu stellen. Die Grünen fordern die Gesellschafter auf, sich klar und eindeutig zur Weiterentwicklung eines gemeinsamen Gesundheitszentrums auszusprechen.
Für die GRÜNEN im Kreis und in Bad Nauheim ist das GZW die einzig realistische Perspektive, weiterhin kommunalen Einfluss auf die Klinikstruktur und die bestmögliche Patientenversorgung im Wetteraukreis ausüben zu können. Dazu müssen aber endlich die notwendigen Beschlüsse gefasst werden. Und dazu muss mittelfristig eine Eindämmung des Defizits gelingen. Die bisher hierfür verantwortliche Große Kreiskoalition aus CDU und SPD, insbesondere Ex-Dezernent Huke, haben trotz vollmundiger Ankündigungen hier schlicht versagt.
Brigitta Nell-Düvel und Michael Rückl

