2003-03-23: Kreativität und Kompromissbereitschaft sind gefragt / Wiedereröffnung des Jugendzentrums
„Der Bad Nauheimer Magistrat weigert sich beharrlich, die Wiedereröffnung des Jugendzentrums unter neuen Auflagen zu erlauben. Für diese harte und kompromisslose Haltung haben wir kein Verständnis“, kritisiert Brigitta Nell-Düvel, Fraktionsvorsitzende der Bad Nauheimer GRÜNEN die Magistratsmitglieder in einer Pressemitteilung.
Nach der Schließung im vergangenen September habe sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Anwohner, des Stadtjugendringes, Vertretern der Parteien und des Magistrates gebildet. Diese Arbeitsgruppe habe eine neue Nutzungsvereinbarung im Konsens erarbeitet, die den berechtigten Interessen der Anwohner, der jugendlichen Besucher und Nutzer des Zentrums und der Stadt Bad Nauheim gerecht werde. Ein ähnliches Regelwerk sei schon mit Erfolg in anderen Gemeinden beschlossen worden.
Offenbar wolle die Stadtregierung bewusst die Jugendlichen brüskieren, indem man das gemeinsam erarbeitete Regelwerk mit zusätzlichen Haftungsklauseln so verschärfe, dass die Jugendlichen diese Vereinbarung verständlicherweise ablehnten. Die geforderte Haftungsregelung sei so umfangreich, dass fraglich bliebe, ob sich eine Versicherung fände, die bereit sei, dieses Haftungsrisiko abzudecken. Die rigiden Kündigungsklauseln wirkten auf das Engagement der jugendlichen Betreiber eher abschreckend.
Brigitta Nell-Düvel: „Wenn alle Vereine in Bad Nauheim, die städtische Räume für ihre Jugendarbeit nutzen, derartige Haftung- und Kündigungsklauseln unterschreiben müssten, fände sich keiner mehr, der noch Lust hätte, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es liegt auf der Hand: der Magistrat will keine selbstverwaltete Jugendarbeit in Bad Nauheim. Statt die engagierten Jugendlichen zu unterstützen und das gemeinsam erarbeitete Konzept zumindest mit einer Teileröffnung in einem ersten Schritt anzugehen, riegelt man mit unannehmbaren Bedingungen eine eigenverantwortliche Selbstverwaltung des Jugendzentrums rigoros ab. Selbst die mehrheitlich beschlossene Empfehlung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Senioren für das erarbeitete Konzept wird durch den Magistrat niedergebügelt.
Wohin steuert Bad Nauheim die Entwicklung unserer jugendlichen Mitbürger, wenn Ihnen allenthalben von den Etablierten der Wind ins Gesicht bläst, Ihnen weder Verantwortungsbereitschaft zugetraut, noch Mitspracherechte angeboten werden. Hier muss ein Umdenken bei den Verantwortlichen einsetzen.
Bündnis 90/DIE GRÜNEN distanzieren sich von diesem kompromisslosen unpädagogischen Verhalten des Bad Nauheimer Magistrates und fordern ihn auf, ab sofort den Cafe-Betrieb zuzulassen. Dies solle das Signal an die Jugendlichen sein, endlich unter fairen Bedingungen im Sinne des erarbeiteten Kompromisses die vollständige baldige Wiedereröffnung anzustreben.“

