2007-06-03: Keine weiteren Baumfällaktionen in Bad Nauheim!
B90/Die Grünen lehnen die Umgestaltungspläne für das Areal an der Dankeskirche zwischen Trinkuranlage und Parkstraße ab. Nach Ansicht der Grünen besteht kein Grund, nur weil Fördergelder im Rahmen der Städtebauförderung zur Verfügung stehen, noch weitere Baumfällaktionen zu beginnen und unbedingt etwas umgestalten zu müssen. Auch Fördergelder sind aus Steuern finanziert.
Elke Müller, Mitglied im Grünausschuss:" Ich kann den Sinn der Pläne, diesen Bereich total umzugestalten, nicht erkennen. Die Anlage mit den geschwungenen Wegen und den wunderbaren, alten Kastanien stellt einen Wert an sich dar, der von den Menschen geschätzt wird. Ich habe noch keinen Bad Nauheimer gehört, der sich abwertend über dieses Gebiet geäußert hat. Bisher wurde noch nicht über die Folgekosten diskutiert, besonders Rosenpflanzungen gelten als sehr pflegeintensiv. Eine unserer Anfragen bezüglich der Rosenchaussee nach Steinfurth ergab Hinweise, dass bereits mehrfach zur Pflege der Rosen Spritzmittel zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurden."
Andreas Friedrich, Mitglied im Bauausschuss: "Wenn tatsächlich Fördermittel zu Verfügung stehen, fallen mir auf Anhieb andere Bereiche in Bad Nauheim ein, die durch eine Umgestaltung eine städtebauliche Aufwertung erfahren sollten wie das Areal am Karlsbrunnen, die Anbindung und Umgestaltung des Südparkes oder die Umgebung der Gradierbauten."
Die Grünen vertreten allgemein die Ansicht, dass in Bad Nauheim zurzeit zu viele Projekte gleichzeitig in Angriff genommen werden. Sicherlich erfordert die Vorbereitung für die Landesgartenschau zusätzliche Aktivitäten und Baumaßnahmen, aber es sollte nur so viel wie nötig und machbar begonnen werden! Gerade das Areal an der Dankeskirche ist ein Beispiel für zuviel! Hier sollen aktuell 13 gesunde alte Bäume, die erste Planung vor den Protesten ging sogar von 40 aus, einer fragwürdigen Ästhetik geopfert werden.
Brigitta Nell-Düvel, Fraktionsvorsitzende: "Wir begrüßen die Entscheidung, nochmals im Stadtparlament zu diskutieren. Die Planungen der Verwaltung haben in der Bevölkerung zu Recht für viel Unruhe gesorgt und sollten nicht von einer Mehrheit im Parlament gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt werden."

