2007-06-17: Energieeffiziente Bauweise für die Housing-Area

Der Ortsverband von B90/ Die Grünen nimmt die Behandlung des Antrages ihrer Fraktion im nächsten Bauausschuß, in zukünftigen Bebauungsplänen wie bei dem Gebiet Housing-Area moderne Techniken der Energieeffizienz festzulegen, zum Anlass, die grundsätzliche Bedeutung dieses Themas hervorzuheben.

Die alarmierenden Zahlen des UN-Klimaberichtes zeigen deutlich, ein "Weiter so" darf es nicht geben!

Die Folgen eines ungebremsten Ressourcenverbrauches mit nicht reduzier­ten CO2 Mengen werden unser Klima so verändern, dass die unterschiedlichen Auswir­kun­gen in ihrer Brisanz noch nicht ausreichend bewusst wahrgenommen werden. In der Wissen­schaft ist man sich einig, dass es noch eine Chance gibt, wenn sofort gehandelt wird, und zwar auf allen Ebenen. Jeder ist aufgefordert, in seinem Bereich tätig zu werden! Die Gemeinden haben unter anderem eine Einflussmöglichkeit, in Bebauungs­plänen Richt­linien vorzuschreiben.

Zahlreiche Gemeinden haben in den letzten Jahren die Giebelausrichtung nach Süden und Neigung so vorgegeben, dass solarthermische oder Photovoltaikanlagen installiert werden können. Bad Nauheim hat beim Neubaugebiet Am Goldstein den Anschluß an das Nahwärmenetz der Stadtwerke vorgeschrieben: die Heizenergie wird ökologisch sinnvoll in einem eigenen BHKW erzeugt.

Die Grünen fordern, die Entwicklungen im Bereich der Gebäudeeffizienz in die neu zu erstellenden Bebauungsplänen einfließen zu lassen. Eine bereits häufig anwandte Technik ist der so genannte Passivhaus- oder Ein-Liter-Haus-Standard. Um diesen Standard zu erreichen, setzt man einen verbesserten Wärmeschutz, hochwertige wärmedämmende Fenster, und eine effiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung, sowie eine stromsparende Gerätetechnik ein. Die Bewohner heizen das Haus durch ihre eigene Körperwärme und die Abwärme beim Kochen, Duschen und Waschen und den Betrieb der Haushaltsgeräte. Die verbesserte Wärme­däm­mung dieser Häuser reduziert die Wärmeverluste auf ein Minimum. Die Innenseiten der Außenwände und Fenster bleiben durch die effiziente Dämmung auch bei Minus­graden behaglich gleichmäßig warm. Sie unterscheiden sich kaum noch von der Raum­luft­temperatur. So entsteht ein angenehmes zugfreies Raumklima ohne die bekannten kalten Ecken, ohne Anfälligkeit für Kondenswasser. Alle Bauweisen (Massiv, Holz, Stahl und andere) können hochwärme­gedämmt ausgeführt werden.

Die heute eingesetzten Heizungssysteme sind alle von einem oder mehreren Energie­trägern abhängig, z.B. benötigt jede Feuerungsanlage neben dem Brennstoff auch elektrischen Strom zur Steuerung der Heizung. Auch das Lüftungsgerät mit Wärme­tauscher im Ein-Liter-Haus wird mit elektrischer Energie angetrieben. Es verbraucht aber nur so viel Strom wie eine 40-Watt-Glühbirne. Und selbst bei Stromausfall oder einem Defekt an der Anlage kühlt ein Ein-Liter-Haus auch im tiefsten Winter nicht unter 16° ab.

Brigitta Nell-Düvel: "Jeder Hausbesitzer, der schon mal bei Minus-Graden einen Ausfall der Heizung mitgemacht hat, würde von dieser weitgehenden Unabhängigkeit von einer permanenten Wärmequelle träumen! Bad Nauheim sollte offen für diese neuen Entwicklungen sein und Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen, indem es nur noch hocheffektivenergiesparendes Bauen zulässt.

Die gesetzlich vorgeschrieben Energieeinsparverordnung (EnEV) ist überholt: der Heiz­energiebedarf liegt bei einem Standardhaus nach EnEV (125 m²) bei ca. 10.000 kWh/a, (ca. 10 Liter Öl/m²). Ein gleich großes Ein-Liter-Haus benötigt nur noch ca. 1.875 kWh/a. Auch unter Berück­sichtigung des Energieverbrauchs für die Warmwasser­bereitung spart ein Ein-Liter-Haus ca. zwei Drittel des Energiebedarfs eines Standard­hauses nach EnEV ein. Damit bleiben Monat für Monat auch zwei Drittel der Energie­kosten im Portemonnaie des Passivhaus­besitzers übrig (alle Angaben laut Energiereferat der Stadt Frankfurt).

Ein Ein-Liter-Haus ist zudem wegen der hervorragenden Schall- und Wärmedämmung, sowie der ständigen Lüftung komfortabler und gesünder für die Bewohner als ein konventionell gedämmtes Gebäude. Die geringen Mehrkosten von 5 % für den Neubau werden durch die minimierten Energiekosten rasch eingespart. Für kostenbewusste Häuslebauer ist dieser Stand der Wärmetechnik die kostengünstigste Bauweise überhaupt. Bad Nauheim könnte hier ganz real den Klimaschutz ernst nehmen und ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz setzen."

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

Aus den Fotoalben

Brigitta Nell-Düvel

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