2007-09-24: Zur Ablehnung einer neuen Baumschutzsatzung für Bad Nauheim

Während der letzten Sitzung des Stadtparlamentes wurde der Antrag von B90/ Die Grünen, wieder eine Baumschutzsatzung in Bad Nauheim einzusetzen,von den Mehrheitsfraktionen von CDU und UWG abgelehnt. Ihre Sprecher gaben als Begründung an, dass die Kontrolle nach dem Naturschutzgesetz von 2002 beim Wetteraukreis läge und die Verwaltung deshalb nicht zusätzlich arbeiten müsste. Die Stadt Wiesbaden hat genau anders reagiert. Als nach der Novellierung des Naturschutzgesetzes in kurzer Zeit über 5000 schöne alte Bäume von Privatpersonen gefällt wurden, wurde parteiübergreifend wieder eine Baumschutzsatzung installiert. Eine solche Satzung hat auch symbolischen Charakter. Wenn Privatpersonen nicht so ohne weiteres fällen dürfen, kontrollieren sie auch vor Ort verstärkt die öffentliche Verwaltung. In der Regel überlegt die Verwaltung dann sehr genau, ob jede einzelne Fällung gerechtfertigt ist. Diese Kontrolle fehlt in Bad Nauheim völlig!

Am Donnerstag gab Bürgermeister Witzel unter Mitteilungen fast nebenbei bekannt, dass im Kurpark weitere Bäume abgängig seien und laut eines Baumsachverständigen gefällt werden müssten. Die Grünen fragen, warum wurde das nicht bereits vor Jahrefrist festgestellt? Damals wurden zahlreiche gesunde Bäume für "Blickachsen" gefällt. Stehen diese neuen "kranken" Bäume irgendwelchen Planungen im Wege? In diesem Zusammenhang muss an die Bäume an der Parkstraße erinnert werden: sie sollten auch wegen eines angeblich schlechten Allgemeineinzustandes gefällt werden. Erst als ein Baumgsachverständiger auf einer Veranstaltung der Agenda 21 eine andere Meinung vertrat und eine Verbesserung des Zustandes durch Pflegemaßnahmen empfahl, wurde von der Verwaltung die Fällung abgesagt. Sie stehen jetzt noch. Aus diesem Grund fordern die Grünen die Begutachtung der Kurparkbäume durch einen zweiten Sachverständigen und protestieren gegen eine voreilige Fällung!

Ebenso problematisch ist die Fällung von weit über 100 gesunden alten Bäumen im Goldsteinpark für die Landesgartenschau. Auch wenn diese Bäume nicht gezielt angepflanzt worden sind, kann nicht daraus abgeleitet werden, dass sie keinen Wert haben. Nach Informationen der Grünen hat auch Hessen-Forst Bedenken an einer Fällaktion in diesem Umfang geäußert und bisher keine Genehmigung gegeben. Es stellt sich wirklich die Frage, ob von den Verantwortlichen nicht Lösungen für die Landesgartenschauprojekte entwickelt werden können, die diesen Baumbestand als wertvollen Bestandteil des Areals einschließen. Vor einem Jahr sind ja dort schon "Blickachsen" hergestellt worden. Die Grünen werden die Entwicklung im Goldstein sehr kritisch verfolgen.

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

Aus den Fotoalben

Grüne Läuferin Brigitta Nell-Düvel

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