2007-09-24: Spar Watt
Klimaschutz vor Ort: Bündnis90/DIE GRÜNEN werben für Energie-Sparen
Am Samstag, dem 29.9.2007, werben die Bad Nauheimer Grünen mit einem Stand in der Fußgängerzone (Stresemannstraße) für Energie-Sparen. "Energiepolitik von heute betrifft gerade die junge Generation. Daher ist es wichtig, sie jetzt in Diskussion und Entscheidungsprozesse einzubinden", so die Vorstandssprecherinnen Anke Jekel und Brigitta Nell-Düvel. Ziel müsse eine Energiepolitik sein, die nicht auf Kosten der heutigen Jugend und der kommenden Generationen gehe. In den letzten 10 Jahren hätten sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für Erneuerbare Energien halbiert hätten. Und das sei erst der Anfang einer Entwicklung, die sich noch dramatisch beschleunigen werde.
CO2-Sparen ist derzeit das Umweltthema schlechthin: ganz aktuell ist der Preis für ein Barrel Erdöl auf ein Allzeithoch von über 80 Dollar gestiegen. Experten sagen weitere Preissteigerungen voraus. Die Medien berichten in nie gekanntem Ausmaß über den drohenden Klimakollaps und über Strategien zum Klimaschutz. Schlagzeilen, wie "Unsere Erde hat Fieber" machen langsam auch dem letzten klar: "Weiter so" geht nicht. In Jahrmillionen sind die Erdöllagerstätten und Kohlevorräte entstanden. Die Menschheit ist dabei, diese fossilen Energiequellen in wenigen Jahrzehnten zu verheizen. Die negativen Auswirkungen der CO2-Belastung auf unsere Atmosphäre werden uns allen in den vergangenen Monaten von den Naturgewalten drastisch vor Augen geführt.
Was ist zu tun? Die Zauberformel heißt die drei E`s "Energieeffizienz, Energiesparen und Erneuerbare Energie". Mithilfe von erneuerbaren Energiequellen kann man mühelos 50 Prozent des benötigten Stroms decken. Würden die Menschen insgesamt nicht so verschwenderisch mit Energie umgehen, wäre der Anteil natürlich noch viel höher. Mehr Energieeffizienz, also möglichst wenig Energie verbrauchen, ist eine ur-güne Forderung an die Politik und an jedermann und jede Frau unter uns. Strom, der nicht verbraucht wird, kostet nichts und belastet nicht die Umwelt.
Hier in Bad Nauheim sind in der Vergangenheit schon einige isolierte, durchaus sinnvolle Maßnahmen gestartet worden, zum Beispiel die Einführung des Stadtbusses und die Kraft-Wärme-Koppelung im Neubaugebiet Goldsteinviertel.
Zurzeit ist jedoch die Stadtregierung mit dem Bürgermeister an der Spitze so vollständig mit der Vorbereitung der Landesgartenschau ausgelastet, dass in Bad Nauheim nicht der geringste Spielraum für innovative Ideen auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu erkennen ist. Vorschläge der Grünen im Stadtparlament zur Energieeffizienz fliegen regelmäßig in den Papierkorb. Erst vor wenigen Tagen wurde der Antrag der Grünen, im nächsten Neubaugebiet, eine etablierte moderne Form der Energieeffizienz, den "Ein-Liter-Haus"-Standard (Ein Liter Öl-Heizenergieäquivalent pro qm Wohnfläche und Jahr) als Neubaurichtlinie festzuschreiben, mit der CDU/UWG-Mehrheit abgelehnt.
Die Grünen werden am Samstag über weitere vielfältige Möglichkeiten des Energiesparens im Alltag informieren. Angefangen von energieeffizienten Haushaltsgeräten, über Infomaterial zum Energiesparen beim Autofahren, bis zur Möglichkeit, Strom aus sauberen Energiequellen, also Strom aus erneuerbaren Energien, direkt aus der Steckdose zu beziehen.
Jekel und Nell-Düvel: "Die Menschen können selbst entscheiden, welche Art von Strom sie beziehen wollen. Viele bleiben aus Gewohnheit bei ihrem Stromanbieter. Andere denken, dass Ökostrom sehr teuer oder die Anbieter unzuverlässig seien. Tatsächlich ist ein Wechsel aber einfach, kostenlos - und die neuen Preise keineswegs höher. Außerdem lohnt es sich, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten und nicht einfach nur nach dem billigsten Angebot zu gehen. Wir empfehlen, sich einen Energie-Produzenten zu suchen, der nur Ökostrom anbietet. Der Vorteil dabei ist, dass man einen Anbieter bezahlt, der auf die rein umweltschonende Stromherstellung setzt. Mit dem Gewinn können die Ökostrom-Produzenten neue Techniken und Projekte regional vorantreiben. Das nützt nicht nur der Umwelt, sondern auch der heimischen Wirtschaft und sichert zukunftsfähige Arbeitsplätze. Bleibt man bei seinem herkömmlichen Stromanbieter, unterstützt man damit in den meisten Fällen weiterhin einen Konzern, der hauptsächlich mit Strom handelt, der durch Atom- und Kohlekraftwerke hergestellt wird.
Wenn immer mehr Menschen zu reinen Ökostrom-Anbietern wechseln, werden in der Folge auch mehr umweltschonende Kraftwerke entwickelt und gebaut. Die großen Energiekonzerne und die Atomwirtschaft würden dagegen weniger Gewinne machen. Ökostrom-Anbieter in Deutschland sind zum Beispiel Naturstrom, Greenpeace energy und die Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Auch Lichtblick ist ein reiner Ökostrom-Lieferant und bietet günstige Tarife an."
Ziel des grünen Info-Standes am Samstag ist es deshalb, möglichst viele Bad Nauheimer zum Stromsparen und zur Energieeffizienz zu bewegen. Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort sehen die Grünen auch im intelligenten Stromsparen bei der Wahl der Beleuchtung im Haus. Zu diesem Thema kündigen die Grünen eine Mitmach-Aktion an: Sie verlosen mehr als 55 Energiesparlampen. Die Verlosung findet zwischen 10 und 13 Uhr stündlich statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Beantwortung von wenigen einfachen Fragen zum Umweltschutz und zur Stadt Bad Nauheim.
Unsere Landtagsdirekt-Kandidatin Sophia Horz-Hövel beteiligt sich an der Vorbereitung des Infostandes der Bad Nauheimer Grünen und wird den Bürgerinnen und Bürgern für Nachfragen zur Verfügung stehen.

