2007-12-10: Gibt es in der Stadt Bad Nauheim ein Verkehrskonzept?

Für die Bad Nauheimer Grünen ist die aktuelle gefährliche Situation für Fahrradfahrer in der Linden- und Goethestraße klar die Folge einer kurzsichtigen Verkehrsplanung durch die Autofahrerbrille. Die Probleme sind doch nicht neu. Schon seit Jahren mussten die aus Richtung Nieder-Mörlen kommenden SchülerInnen morgens von Hilfspolizisten unterstützt werden, um am Eleonorenring sicher auf einem Zebrastreifen die Straße überqueren zu können. Mehrfache Anträge der Grünen, um den Schulstandort herum eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h einzurichten, hat die Mehrheitskoalition immer abgelehnt.

Ein Verkehrskonzept, das diesen Namen verdient, kann es wohl nicht geben, wenn jetzt auch ohne eine vernünftige Alternativplanung einfach ein Fahrradweg geschlossen wird. In der Folge werden die überwiegend jugendlichen Fahrradfahrer auf die Straße gezwungen, wenn sie wie bisher auf der kürzesten und schnellsten Route ihre Schule erreichen wollen. Wenn die neuesten Pläne trotz der bisherigen Ablehnung grüner Forderungen irgendwann mal in Zukunft auf dem Eleonorenring eine Verkehrsberuhigung vorsehen und deshalb kein gesonderter Fahrradweg markiert werden soll, stellt sich die Frage, gibt es ein schlüssiges Konzept für die Schulwegebeziehungen? Wird in Bad Nauheim auch an die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer gedacht?

Aktuell steht am Donnerstag die Debatte im Stadtparlament bevor, über die Forderung der Grünen nach einem integrierten Verkehrskonzept für Bad Nauheim zu beschließen. Bürgermeister Witzel hat den Antrag schon als überflüssig bezeichnet. Die CDU/UWG lehnen eine Diskussion über Verkehrskonzepte ab, stattdessen wollen sie sich im Ausschuss wahlkampfwirksam von der Verwaltung berichten lassen, welche Maßnahmen in der Vergangenheit umgesetzt worden sind.

Gerade die gefährliche Situation in der Linden-und Goethestraße zeigt, dass die Planung sich am Bedarf orientieren muss. In Zukunft sollen ca. 3500 Schüler in dem Schulzentrum am Solgraben unterrichtet werden, gleich daneben streben gut 1000 Schüler in das Lioba-Gymnasium.
Nach Ansicht der GRÜNEN ist es Aufgabe der Stadtpolitik, die Prioritäten eindeutig pro Fahrrad und pro Fußgänger zu setzen.

Brigitta Nell-Düvel, Fraktionsvorsitzende der Bad Nauheimer Grünen: "Es ist in unser aller Interesse, wenn möglichst viele Schüler aus der näheren Umgebung mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen. Fahrradfahren ist praktizierter Klimaschutz, macht keinen Lärm, keine Abgase und fördert die Fitness. Um das zu erreichen, brauchen wir sichere Radwege auf kurzen Wegen. Für uns Grüne liegt es klar auf der Hand, ohne ein integriertes Verkehrskonzept erreicht die Stadt Bad Nauheim mit ihren provisorischen Lenkungsmaßnahmen nur Stückwerk."

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

Aus den Fotoalben

Düvel, Dr. Martin

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