2008-05-15: Auftakt zu planetdiversity
Am 12. Mai fand in Bonn die große Auftaktveranstaltung zu der internationalen Konferenz planetdiversity statt. Zahlreiche internationale Umweltverbände wie Greenpeace, Save Our Seeds, ebenso weltweit aktive ökologische Landwirtschaftsorganisationen und weitere NGOs hatten zu einer internationalen Demonstration mit anschließendem Festival für biologische Vielfalt - regional, fair und gentechnikfrei - eingeladen. Tausende kamen, zahlreiche Wetterauer waren dabei.
Der Kreisverband B90/ Die GRÜNEN hatte einen großen Bus organisiert. Schon nach wenigen Tagen waren die Plätze belegt, einige Interessenten standen auf der Warteliste. Es galt Solidarität und Unterstützung für ein Recht auf traditionelle, regionale Landwirtschaft, Zugang für alle zu gesunden Nahrungsmitteln und Verbraucherrechte auszudrücken. Die Forderung Kein Patent auf Leben, ein Zentralthema, zeigte eindringlich, dass die Landwirte weiterhin ihr Saatgut in eigener Verantwortung behalten wollen.
Besonders eindrucksvoll wurde das von dem Farmer Percy Schmeiser aus Kanada ausgedrückt. Als er von der Gentechnikriesen Monsanto aufgefordert wurde, Lizenzgebühren für Saatgut zu bezahlen, das er nicht bei Monsanto gekauft, das aber durch Kontamination von Nachbarfeldern gentechnisch verändert war, begann er einen jahrelangen Kampf gegen Monsanto. Zwar wollte Monsanto relativ schnell auf seine Forderungen verzichten, aber Schmeiser sollte verpflichtet werden, nicht über seinen Vorgang zu reden.
Auch die Kanadier sind mittlerweile gegen die Gentechnik. Sie mussten erkennen, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen nach längerem Einsatz deutlich verringerte Erträge brachten, und das bei allen Risiken der veränderten Pflanzen in der Natur. Sprecher aus Afrika und Lateinamerika wiesen auf die immensen sozialen und umweltschädlichen Veränderungen in ihren Staaten hin, wenn Landwirtschaft nur noch in destruktiven Monokulturen stattfindet, die nur noch Biomasse für den globalen Bedarf zur Erzeugung von Nahrung, Futtermitteln und Treibstoff herstellt.
Alle Akteure hatten und haben ein gemeinsames Ziel: Verbraucher und Produzenten müssen gemeinsam verhindern, dass sich global agierende Unternehmen den alleinigen Zugriff auf Nahrung sichern! Die biologische Vielfalt ist das Fundament, damit unsere natürliche Umwelt die Leistungen erbringen kann, die allen Menschen gesunde Lebensmittel, ausreichende Rohstoffe, saubere Luft und intakte Ökosysteme sichert.
Eindrucksvoll zeigte sich das Festivalangebot: Die Vielfalt des Lebens sollte gefeiert werden, geboten wurden Theater, Musik, Tiere, Pflanzen, Saatgut, Präsentationen aller Art und Pavillons der Kontinente. Die Rheinauen waren voller Menschen aus der gesamten Welt, alle einig in der Forderung: wir wollen uns für die biologische Vielfalt, für eine regionale, traditionelle Landwirtschaft, gegen die Abhängigkeit von Großkonzernen durch die Gentechnik einsetzen. Diese Forderung verbindet alle Menschen dieses Planeten Erde.

