2009-03-22: GRÜNE fordern mit einem Antrag energieeffiziente Bauweise für die Housing-Area
Die neuesten Zahlen der Klimaforscher belegen, der Klimawandel mit all seinen verheerenden Auswirkungen beschleunigt sich. Die Folgen eines ungebremsten Ressourcenverbrauches mit nicht reduzierten CO2 Mengen werden unser Klima so verändern, dass die unterschiedlichen Auswirkungen in ihrer Brisanz zwar theoretisch wahrgenommen werden, in der Praxis aber noch nicht ausreichend zu Konsequenzen geführt haben. In der Wissenschaft ist man sich einig, dass es noch eine Chance gibt, wenn gehandelt wird: sofort und auf allen Ebenen. Jeder ist aufgefordert, aktiv zu werden!
Gemeinden haben unter anderem die Einflussmöglichkeit, in Bebauungsplänen Richtlinien vorzuschreiben. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren die Giebelausrichtung nach Süden und Neigung so vorgegeben, dass solarthermische oder Photovoltaikanlagen installiert werden konnten. In Frankfurt gibt es einen Stadtverordnetenbeschluss, öffentliche Gebäude nur noch in "Ein-Liter-Haus oder Passivhausstandard" zu errichten. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft saniert ihren Immobilienbestand ebenfalls nur noch in Passivhausbauweise. Der Wetteraukreis baut eine Turnhalle in Reichelsheim in dieser energieeffizienten Bauweise, Bad Nauheim ist dem gefolgt und hat seine geplante Turnhalle am Schulzentrum in diesem modernen Standard ausgeschrieben.
Neben der CO2 Einsparung bedeutet diese Technik durch ihre konsequente Dämmung wesentlich niedrigere Folgekosten für Energie. Selbst bei einem Stromausfall oder einem Defekt bei der eventuellen Zusatzheizung kühlt ein Ein-Liter-Haus auch im tiefsten Winter nicht unter 16° ab.
Im letzten Jahr hat Baunatal bei der Ausweisung eines Baugebietes entsprechend gehandelt: dort schreibt der Bebauungsplan vor, dass Neubauten die gültige Energieeinsparverordnung um mindestens 15% unterschreiten müssen. Zudem müssen Bauherren mindestens eine erneuerbare Energieform nutzen und dazu noch bei Einreichen des Bauantrages eine Beratung durch einen Energieberater nachweisen.
Andreas Friedrich, Mitglied des Bauausschusses: "Es ist sinnvoll, die Entwicklungen im Bereich der Gebäudeeffizienz in den neu zu erstellenden Bebauungsplan Housing-Area einfließen zu lassen. Es darf keine Bebauungspläne mehr wie immer geben, sondern wir müssen auf die Forderungen der Klimaforscher reagieren und neue Bautechniken verwenden.“
Brigitta Nell-Düvel: "Die Errichtung von Häusern im Ein-Liter-Haus-Standard wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit max. 50 000 € pro Wohneinheit zinsgünstig (aktuell 2,27% 10 Jahre fest) mitfinanziert. Durch die Energieeinsparung in den kommenden Jahren finanziert sich der Mehraufwand der Erstellung praktisch von selbst. In einem Bebauungsplan moderne Energieeffizienz in Verbindung mit einer Beratung durch einen ausgebildeten Energieberater vorzuschreiben, nutzt in den Folgejahren dem Häuslebauer durch niedrige Energiekosten und ein angenehmes Raumklima. Bad Nauheim kann damit Werbung machen: wir nehmen Klimaschutz ernst, wir reagieren innovativ und denken an die Zukunft!2

