2009-09-05: GRÜNE informieren über Essen ohne Gentechnik

Am Samstag, den 12. 9.2009, informiert der Ortsverband der GRÜNEN an seinem Infostand zur Bundestagswahl über die aktuelle Situation von Gentechnikeinsatz in der Landwirtschaft.

Mittlerweile setzen immer mehr Länder in Europa, zur Zeit Österreich, Frankreich, Griechenland, Ungarn und Luxemburg, die Genehmigung für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen aus. Umweltministerin Aigner von der CSU hat im April 2009 den Anbau von Mais 818 vorläufig verboten, nachdem es zu einem nicht erklärbaren Marienkäfersterben in der Umgebung von Feldern mit Mais 810 gekommen ist. Nach einer Anfangseuphorie der Landwirte kehrt nach über 15 Jahren Erfahrung Ernüchterung ein: die Versprechungen der Hersteller sind mit in der Natur nicht beherrschbaren Auswirkungen verbunden. Langfristig gesehen ist kein niedrigerer Pestizideinsatz erkennbar. Ein weiteres Problem entwickelt sich durch die Abhängigkeit der Landwirte von Saatgutkonzernen.

Seit Jahren stabile Umfrageergebnisse wie die Forsa-Studie vom 19.Mai 2009 zeigen, die meisten Verbraucher in Deutschland (78%) wollen weder in Lebensmitteln, noch im Tierfutter, noch im Saatgut Gentechnik haben. Die Bio-Branche boomt entsprechend, und immer mehr Landwirte (laut BUND im März 2009 29405 Landwirte) engagieren sich für gentechnikfreie Regionen/ Initiativen. In der Wetterau setzt sich die Initiative Zivilcourage, eine Gruppe von Landwirten, Imkern, Naturschützern, Kirchenvertretern, Politikern und interessierten Verbrauchern für eine gentechnikfreie Region ein. Der bayrische Gesundheitsminister Söder will sich - im Widerspruch zur CDU - sogar für ein gentechnikfreies Bayern einsetzen.

Seit dem 18. 4.2004 gilt die eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel, die mehr als 0,9% Gentechnik enthalten. Obwohl der Schwellenwert von 0,9% zu hoch ist, ist diese Regelung dennoch ein wichtiger Schritt für den Verbraucherschutz. Das Gesetz sorgt für bessere Kennzeichnungsvorschriften, z. B. müssen Backwaren oder Schokolade mit Sojabestandteilen (Sojalecithin, Sojamehl) entsprechend gekennzeichnet sein.

Es geht aber auch ganz ohne Gentechnik im Essen! An dem Stand in der oberen Fußgängerzone bieten die GRÜNEN dazu detaillierte Informationen und Hilfestellungen an. Es gibt immer mehr Anbieter von Nahrungsmitteln, die sich öffentlich verpflichtet haben, ihre Produkte ohne gentechnisch veränderte Pflanzen oder Milchprodukte von Tieren, die ohne gentechnikbelastetem Futter aufgewachsen sind, herzustellen.

Die Sprecher des OV Bad Nauheim, Martin Dätz und Brigitta Nell-Düvel: "Am einfachsten ist der Einkauf direkt vom Erzeuger oder im Bioladen. Der ökologische Landbau - klar erkennbar am Biosiegel - muss garantiert gentechnikfrei wirtschaften. Mittlerweile gibt es auch große Handelsketten, die sich verpflichtet haben, keine Produkte mit Gentechnik herzustellen oder zu vertreiben."

Die GRÜNEN appellieren daher an alle Verbraucher, auf gentechnikfreie Produkte beim Einkauf zu achten, um Herstellern und Handelsfirmen zu zeigen, dass Genprodukte keinen Absatzmarkt und keine Zukunft haben!

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

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