2010-08-15: LGS-Gelände - Konzept zur Nachnutzung unter Beteiligung der Bürger
Bündnist 90/DIE GRÜNEN Bad Nauheim distanzieren sich von dem Vorschlag des Bürgermeisters, den Zaun um das Geländer der LGS stehen zu lassen und fordern ein Nachnutzungskonzept unter Einbeziehung der Bürger.
"Wir glaubten zuerst an einen verspäteten Aprilscherz, als wir aus der Presse von diesem Vorschlag erfuhren", so Brigitta Nell-Düvel vom Bad Nauheimer Ortsverband. "Sind die langen Diskussionen, ob wir überhaupt einen Zaun brauchen, die Widerstände bei den Bad Nauheimern gegen diesen Zaun und das Versprechen, den Zaun nach der Landesgartenschau sofort wieder abzubauen, so schnell vergessen? Durch diesen Vorschlag wird die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der politischen Vertreter durch Bürgermeister Witzel beschädigt."
Die GRÜNEN sind nicht überzeugt, dass durch einen Zaun Vandalismus verhindert werden kann. Eher ist davon auszugehen, dass dadurch weiterer Vandalismus gefördert wird. Leider gibt es Menschen, die öffentliches Eigentum beschädigen wie auch im Sprudelhof oder bei Bushaltestellen. Lösungen sollten deeskalierend angelegt sein. Die GRÜNEN haben das Anbringen einer Videoüberwachung im Sprudelhof befürwortet: die Täter können dabei identifiziert werden, aber die Allgemeinheit muss nicht darunter leiden.
Leider ist dieser Beschluss seit Monaten noch nicht in die Tat umgesetzt worden! Die GRÜNEN kritisieren darüber hinaus, dass in der Verwaltung bis jetzt, zwei Monate vor Ende der LGS, keine überzeugenden und abgestimmten Nachnutzungskonzepte vorliegen, sondern lediglich Ideen per Presse kommuniziert werden.
Ein negatives Beispiel dafür sind die Planungen für die weitere Nutzung des Goldsteinparks. Das Gelände wurde kostenintensiv umgestaltet, obwohl von Anfang an die besonders kostentreibende Anlage eines Gartenforums umstritten war. Zudem ist mittlerweile offensichtlich, dass stehengebliebenen "Einzelbäume" durch ihre ungeschützte Lage stark geschädigt sind und nur durch kostenintensive Pflege erhalten werden können. Bis heute gibt es keine konkreten Pläne, wie das Gelände ab Oktober genutzt und finanziert werden soll. Wenn Bürgermeister Witzel vorschlägt, die Schaugärten zu erhalten, muss er auch die Finanzierung darlegen.
Wünsche sind wohlfeil, sollten aber mit einem realistischen Finanzierungsplan veröffentlicht werden.
Es wird die Aufgabe der nächsten Monate sein, diese Versäumnisse zu "heilen" und im Konsens mit allen Akteuren unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen ein Nutzungskonzept mit Leben zu erfüllen. Die GRÜNEN halten die Beachtung von Vorschlägen aus der Bürgerschafft für besonders wichtig. Geld aus Wiesbaden ist nicht zu erwarten. Schließlich ist allen die Kürzung des kommunalen Finanzausgleiches, die auch Bad Nauheim treffen wird, bekannt.
Bad Nauheim kann langfristig durch die Landesgartenschau gewinnen, wenn es nicht nur bei der baulichen Umgestaltung von Bahnhofsallee und Parkstraße bleibt, sondern wenn auch jeder einzelne Bürger sich mit der Nachnutzung des Landesgartenschaugeländes positiv identifizieren kann. Eine Umzäunung der Parkanlagen ist in diesem Sinne kontraproduktiv.

