2005-02-08: Zahlreiche Interessenten bei Diskussion über die städtischen Finanzen

Zahlreiche interessierte Bad NauheimerInnen folgten der Einladung der Bürgermeisterkandidatin Brigitta Nell-Düvel zur Diskussion über die städtischen Finanzen. Die Besucher wollten es genauer wissen: Wie werden die Finanzmittel der Stadt verplant? Was steckt im Verwaltungshaushalt, was im Vermögenshaushalt? In welcher Höhe sind Investitionen geplant? Kann der heutige Stellenschlüssel gehalten werden? Welche Unternehmen und Gesellschaften gehören der Stadt? In lockerer Runde wurden Verständnisfragen zur Einführung der Budgetierung und zu den so genannten freiwilligen Leistungen beantwortet. Besonders die Frage, wie und wo kann die Stadt Bad Nauheim sparen, interessierte die Besucher.

Nell-Düvel: "Die Frage bewegt uns alle, tappen wir in die Schuldenfalle und braucht der Finanzhaushalt der Stadt eine Abmagerungskur? Ich meine, Sparen mit Verstand auf jeden Fall, Sparen am falschen Fleck mit hohen Folgekosten wollen und können wir uns nicht leisten."

Nell-Düvel betont: "Wir müssen einfach stärker als bisher auf bürgerschaftliches Engagement setzen. Beispiel Rosenmuseum: ähnlich wie das Badehaus 2 mit dem TAF könnte auch ein Rosenmuseum durch einen Förderverein mit städtischen Zuschüssen betrieben werden. Fördervereine leisten kreativ praktische Unterstützung und helfen Sponsorengelder aufzutreiben. An Schulen sind die Fördervereine nicht wegzudenken. Auch Sport- und Musikvereine gründen Förderorganisationen, die gezielt bestimmte Projekte finanziell unterstützen. Aus eigener Anschauung kenne ich diese Art der Förderung in der Jugendarbeit des SV Schwalheim oder des Jugendmusikorchesters der FFW Nieder-Mörlen. Diese Beispiele stimmen zuversichtlich. Es wird in Zukunft viel davon abhängen, ob es uns gelingt, möglichst viele Mitbürger zur Eigeninitiative zu motivieren. Die Einwohner der Stadt werden die Attraktivität ihrer Stadt mehr und mehr im wahrsten Sinne des Wortes selbst in die Hand nehmen.

Ein gutes und wichtiges Zeichen hat in Bad Nauheim der Beginn des Agenda-21-Prozesses gesetzt. Wer dabei war, wird es bestätigen: Die Zukunftskonferenz im Frühjahr 2000 hat Aufbruchstimmung erzeugt, die heute noch fortwirkt. Diese aktive Agenda-Arbeit war eine wichtige Bedingung für den Zuschlag der Landesgartenschau 2010. Bürgermeister Rohde hat leider die große Chance verpasst, mit einer anerkennenden Beteiligung der Agenda-Aktiven an konkreten Entscheidungen der Kommunalpolitik das bürgerschaftliche Engagement mit ganzem Einsatz zu unterstützen."

Brigitta Nell-Düvel weiter: "Hier will ich einen Neubeginn wagen. Der Schwung und die Ideen, die 2000 möglich waren, sind nicht verloren. Ich setze auf engagierte 'einsatzbereite Bürger', denen das Erscheinungsbild 'ihrer' Stadt etwas wert ist. Ich setze auf Bürger, die den Kopf nicht in den Sand stecken, weil der Stadtsäckel nicht mehr so prall gefüllt ist wie in früheren Zeiten. Aufgabe der Stadt ist es, räumlich und organisatorisch die Aktivitäten und Treffen der Bürger im Rahmen der Agenda-Gruppen zu unterstützen: Die aus diesen Treffen erwachsenen Projekte auf sozialem oder kulturellem Gebiet, in Bereichen der Umwelt oder der Stadtentwicklung ersparen der Stadt so manchen Euro, den sie sonst selbst an gleicher Stelle hätte investieren müssen. So werden Gelder frei, die an anderer Stelle sinnvoll für Investitionen oder zum Schuldenabbau genutzt werden können."

Aus der Runde der Besucher kam der Wunsch, darüber in konkreten Fragen ausführlicher über mögliche Schritte zu diskutieren. Nell-Düvel: "Gerne nehme ich diese Anregung auf und lade demnächst zu einer weiteren 'lockeren' Runde ein. Im Dialog entstehen Synergien, die wir für unser Ziel nutzen, gemeinsam etwas für Bad Nauheim zu bewegen."

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

Aus den Fotoalben

Bahnhof Bad Nauheim

Termine

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