2004-05-09: Grüne unterstützen die Arbeit des Frauennotrufs
Kürzlich besuchten Mitglieder der Kreistagsfraktion und des Vorstandes von Bündnis 90/DIE GRÜNEN den Frauen-Notruf des Wetteraukreis in Nidda, um sich über die aktuelle Situation zu informieren.
Im Wetteraukreis leben ca. 150.200 Frauen und Mädchen, das sind mehr als 50% der Gesamtbevölkerung des Wetteraukreis. Der Frauennotruf unterstützt und berät Frauen und Mädchen, die von sexueller, psychischer und physischer Gewalt betroffen sind.
In der Öffentlichkeit wird es selten diskutiert, obwohl es täglich unter uns passiert: Immerhin jede fünfte Frau wird in ihrem Leben einmal Opfer von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung, der Täter ist häufig der Partner. Nach den Erfahrungen der Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs ist die Trennungsphase vom bisherigen Lebenspartner für Frauen die gefährlichste Zeit in ihrem Leben, dann sind sie besonders von körperlicher und seelischer Gewalt bedroht.
Seit Januar 2002 schützt das Gewaltschutzgesetz missbrauchte Frauen und Kinder, da seitdem die Täter und nicht die Opfer die Wohnung verlassen müssen. Die Polizei erstattet in jedem Fall eine Strafanzeige und setzt sich, wenn das Opfer es will, mit Beratungsstellen wie dem Frauen-Notruf in Verbindung. Im April 2004 eröffnete für den Westkreis das Frauenhaus Wetterau eine weitere Beratungsstelle, so dass jetzt flächendeckend Beratung und Unterstützung bei Behördengängen oder Planung neuer Perspektiven sichergestellt ist. Beide Beratungsstellen planen einen „Runden Tisch“ mit Behörden, Polizei und weiteren Institutionen, um das Gewaltschutzgesetz noch reibungsloser anzuwenden.
Brigitta Nell-Düvel, frauenpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion: „Wir sind beeindruckt von dem Engagement der Mitarbeiterinnen, den betroffenen Frauen und Kindern direkte pragmatische Unterstützung anzubieten und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen. Diese konkrete Hilfe für die betroffenen Frauen in einer traumatischen Situation des Vertrauensbruches und der momentanen Hilflosigkeit ist besonders wertvoll. Mit dieser menschlichen Zuwendung, auch wenn sie institutionalisiert ist, lindern wir die Schmerzen und erhalten den Opfern ihre Würde.
Wir unterstützen nachdrücklich das Anliegen der Mitarbeiterinnen, das Tabuthema 'Gewalt' in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit unserer Unterstützung verbinden wir die Forderung, dass weiterhin ausreichende finanzielle Mittel vom Land Hessen, vom Wetteraukreis und von den Gemeinden für diese dringend notwendig Arbeit zur Verfügung gestellt werden.
Opferschutz geht jeden etwas an: Gewalt in der Ehe oder in der Familie kommt leider in allen Schichten unserer Gesellschaft vor. Das Tabu bröckelt und das ist im Interesse der Opfer gut so. Die Zahl der Anzeigen nimmt zu. Das müssen wir zum Anlass nehmen, im kleinen wie im großen, zuhause und in der Öffentlichkeit, für ein Klima des partnerschaftlichen Miteinanders zu sorgen.“

