2004-05-22: GRÜNE informieren über „Essen ohne Gentechnik“

Am Samstag, 29.5.04, informiert der Ortsverband der GRÜNEN an seinem Info-Stand zur Europawahl in der Fußgängerzone, Ecke Reinhardstraße, über die neuen Bestimmungen zum Thema gentechnikfreies Essen. In ihrer Presse­mitteilung meint Brigitta Nell-Düvel „Die meisten Verbraucher in Deutschland wollen weder in Lebensmitteln, noch im Tierfutter oder im Saatgut Gentechnik haben. Sie sorgen sich, dass ihnen gentechnisch veränderte Produkte gegen ihren erklärten Willen aufgedrängt werden sollen. Zurecht, denn Produkte mit gentechnisch veränderten Bestandteilen werden bereits verkauft. Gentechnisch veränderte Enzyme werden in der Lebensmittelproduktion, z.B. beim Käse­machen, eingesetzt. Gentechnisch veränderter Soja ist Grundlage für Sojaöle oder Backwaren. Vielen ist dies nicht bewusst, da es bislang nicht immer gekennzeichnet werden musste.“

Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen, dass alle die Wahl haben, sich zwischen Lebensmitteln mit und ohne Gentechnik zu entscheiden. Deshalb haben sie sich auf EU-Ebene vehement für eine transparente Kennzeichnung eingesetzt. Mit Erfolg: Ab April 2004 muss auf der Zutatenliste für jeden transparent gekenn­zeichnet sein, welche Zutaten mit Gentechnik hergestellt wurden. Bei loser und unverarbeiteter Ware muss die Auszeichnung die entsprechenden Informa­tionen enthalten

Seit dem 18. April gilt die neue Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel, die mehr als 0,9% Gentechnik enthalten. Obwohl der Schwellenwert von 0,9% zu hoch ist, ist diese Regelung dennoch ein wichtiger Schritt für den Verbraucherschutz und eine deutliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Rechtslage. DIE GRÜNEN hatten sich auf EU-Ebene für einen Wert von 0,5 % eingesetzt. Durch den jetzt erreichten Grenzwert ist allerdings die weltweit strengste Kennzeichnungspflicht durchgesetzt.

Die Ansicht, durch das neue Gesetz werde der Weg für gentechnisch veränderte Lebensmittel erst frei gemacht ist, so nicht richtig: Auch bisher konnten gentechnisch veränderte Bestandteile in Lebensmitteln vorkommen, nur mussten diese oft nicht gekennzeichnet werden. Das wird nun anders: Das Gesetz sorgt für bessere Kennzeichnungs­vorschriften. Z.B. müssen Backwaren oder Schokolade, die verarbeitete Sojabestandteile (Sojalecithin, Sojamehl) enthalten. künftig entsprechend gekennzeichnet sein.

Viele Verbraucher haben keine Lust, das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Wie kann man sich trotzdem gentechnikfrei ernähren? Auf diese Frage rät der Ortsverband der GRÜNEN: „Am einfachsten ist der Einkauf von Bio-Essen, im Bioladen, im Supermarkt oder direkt vom Erzeuger. Denn der ökologische Landbau - klar erkennbar am Biosiegel - muss garantiert gentechnikfrei nach den gesetzlichen Vorgaben wirtschaften. Außerdem gibt es auch große Handelsketten, die sich verpflichtet haben, keine Produkte mit Gentechnik herzustellen oder zu vertreiben.“

Die GRÜNEN appellieren daher an alle Verbraucher, auf gentechnikfreie Produkte beim Einkauf zu achten, um den Herstellern und Handelsfirmen zu zeigen, dass Genprodukte keinen Absatzmarkt und keine Zukunft haben.

Treffen

Regelmäßige Treffen der GRÜNEN-Fraktion am 1. und 3. Montag des Monats um 20 Uhr, Evangelische Familienbildungsstätte, Am Goldstein 4 ("Alte Wäscherei")

Gäste sind stets willkommen, auch zum mitdiskutieren!

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